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Sterbebegleitung

Heute möchte ich vom Tod erzählen.

 

Er gehört zu jedem Leben, wie der Tag zu Nacht.

 

Ich vermittele zwischen Mensch und Tiere. Und, vielleicht erleichtere ich es manchmal dadurch ein kleines Stückchen. Ich durfte erfahren welch wertvolle Unterstützung diese Begleitung ist. Ich begleite, vermittel und nehme die Angst vor der „falschen Entscheidung“.

Meine Erfahrung

In meinem Leben ist dieses Thema mein stetiger Begleiter. Auf meinem Lebenshof Heile Seele kommen und gehen viele Seelen. Manche kommen, erfahren Liebe und gehen dann in Frieden. So sind manche Tiere nur sehr kurze Zeit hier. Sie sind hier damit ihre Seele ein Stück heilen kann und sich dann auf ihre letzte Reise begeben kann. Andere wiederum entscheiden sich für ein langes Leben an meiner Seite, sie lehren mich, begleiten mich in Höhen und Tiefen und sind für mich da, wir tragen uns gegenseitig ein Stück unseres Lebens.

 

Und egal, wie lange ein Tier bei mir gelebt hat, ich begleite es auf seine letzte Reise in tiefer Liebe.

 

Sterben gehört zum Leben wie die Geburt. Es ist etwas ganz Natürliches, etwas Normales. Und dennoch trifft es einen immer wieder plötzlich, wenn die Zeit gekommen ist und ein Mitglied unserer tierischen Familien seine letzte Reise antritt.

 

Mehr als 300 Seelen habe ich die vergangenen Jahre begleiten dürfen. Sie haben mich durch ihren Prozess geführt und mich viel zu diesem Thema gelehrt.

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"Meine Aufgabe ist Tiere und ihre Menschen auf ihrer letzten gemeinsamen Reise zu begleiten. Durch diese ganz besondere, sehr intensive Verbindung, kann ich Ängste nehmen, Sicherheit geben und der Seele helfen den Körper in Liebe zu verlassen."

Zeichen der Zeit 

Hat es mich noch vor einigen Jahren doch immer wieder sehr überraschend und plötzlich getroffen, so habe ich gelernt, die Zeichen zu erkennen.

 

Genau genommen kommt der Tod nie plötzlich, wir haben nur das Gefühl es sei so, besonders bei jungen Tieren oder Tieren, die eben nicht schwer krank sind, trifft es uns sehr.

 

Manchmal hat man das Gefühl es geht so unglaublich schnell, wenn ein Tier aus einem Krankheitsprozess in den Prozess des Sterbens übergeht, und die Seele beschließt zurück nach Hause zu gehen.

 

Jeder Sterbeprozess ist individuell, manchmal kann es sich über Monate ziehen, manchmal dauert es nur wenige Tage. Aber eins haben sie alle gemeinsam, es gibt Zeichen. Der Tod kündigt sich an.

 

Besonders die Zeichen, die sich auf der körperlichen Ebene zeigen, helfen einem sich vorzubereiten. Aber manchmal sind die Zeichen so fein, dass besonders Menschen, die keinen Zugang zu diesem Thema haben, diese nicht erkennen können. Dennoch sind sie da.

 

Ich spüre mittlerweile immer die Veränderung der Energie des Tieres. Dieses Gefühl habe ich durch die Tierkommunikation erlernen dürfen. Ich weiß einfach, wenn es so weit ist, oft schon Wochen vorher, wenn die Tiere noch komplett Verhaltens unauffällig sind, wenn man ihnen körperlich nichts ansieht.

 

Dieses Gefühl zu entwickeln, ist einer der wichtigsten Prozess in meinem Leben.

 

Oft weiß ich schon, wenn ich ein Tier aufnehme, ob wir eine lange gemeinsame Zeit haben oder es eben „nur“meine Aufgabe sein wird, die Seele in Liebe auf ihre Reise nach Hause zu begleiten.

 

Wobei das „nur“ hier meines Erachtens unangebracht ist, denn es ist eine so unglaublich wichtige, intensive und wunderbare Aufgabe.

 

Leider kommt es noch viel zu oft vor, dass ich mir dieses Gefühl nicht eingestehe, denn, ich habe Angst es auszusprechen, Angst etwas vorwegzunehmen, Angst das Schicksal zu besiegeln. Auch mir fällt dieser Umgang manchmal noch schwer.

 

Besonders wenn mir eine Seele sehr nah steht, fällt es mir noch schwer einzugestehen, dass wir uns verabschieden müssen, bis zum Schluss hoffe ich das ich irre und suche Erklärung für die Symptome. Die aber eben zum Prozess dazu gehören.

Was passiert beim Sterben? Ist das Einschläfern der richtige Weg?

Wenn der Prozess des Sterbens beginnt, dann geht es oftmals damit einher, dass die Organe, nach und nach ihre Aktivität einstellen. Das Tier möchte nicht mehr essen, nicht mehr trinken.

 

Unsere wohl größte Angst ist es, dass unser geliebter Freund qualvoll verhungert oder verdurstet. Jedoch tun sie das nicht, wie es beispielsweise bei einem gesunden Tier der Fall wäre.

 

Es ist viel mehr so, dass der Körper, der Organismus in der Sterbephase kein lebenserhaltende Bedürfnisse mehr hat.

 

Wird der Organismus mit zu wenig Flüssigkeit versorgt, dann wird durch körpereigene Opiate, die Wahrnehmung eingeschränkt, Schmerzen werden dann weniger intensiv wahrgenommen. Die Tiere werden ruhiger und ziehen sich zurück.

 

Unnötig erschwerend und den Sterbeprozess verlängernd wäre in diesem Fall die intravenöse oder subkutane Zufuhr von Nährstoffen und/oder Flüssigkeit.

 

Der Körper ist nicht mehr in der Lage, das Wasser oder die Nahrung anständig zu verwerten und auszuscheiden. Infolgedessen können Ödeme entstehen oder das Tier bekommt Koliken oder Durchfälle.

 

Besonders die Frage nach dem Einschläfern spielt bei den meisten Menschen eine große Rolle. Auch erfahre ich immer wieder, dass Menschen, dessen Tier bereits verstorben sind mich kontaktieren. Sie sind geplagt von Schuldgefühlen, und verunsicher, wirklich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Deswegen empfehle ich im Vorfeld eine Kommunikation, bevor man die Entscheidung über ein Leben trifft.

Tiere wissen, dass ihre letzte Reise bevorsteht

Weiß mein Tier wann es so weit ist? Wie lange wird es wohl dauern, bis die Seele bereit ist zu gehen?
Dies kann nur in den seltensten Fällen beantwortet werden, weil die Tiere es selbst nicht wissen. Es gibt nicht „den Sterbeprozess“. Jedes Tier geht seinen eigenen letzten Weg – jeder Prozess ist anders.

 

Manchmal dauert es Monate, Wochen oder gar nur Tage. Und für die Tiere spielt das auch größtenteils keine Rolle, sie durchleben diesen wichtigen Prozess. Sie nehmen ihn an und er ist für sie wichtig.

 

Aus der Erfahrung diverser Gespräche kann ich berichten, dass die Tiere wissen, dass der Übergang und somit die letzte Reise bevor steht. Sie können es spüren und die wenigsten Tiere kämpfen dagegen an. Ein harmonisches und friedliches Umfeld spielt dabei eine große Rolle.

 

Für den Menschen selbst ist dies wohl die größte Herausforderung, es ist emotional und psychisch eine Belastung. Doch genau an diesen Erfahrungen können wir wachsen, uns weiter entwickeln und reifen.

 

Wir können von den Tieren so unglaublich viel dazu lernen. So erfahre ich immer wieder, dass Menschen, die ihr Tier auf natürliche Weise beim Sterben begleiten, sehr viel daraus gelernt haben. Besonders ihre eigenen Ängste wurden gemildert und sie durften wahrnehmen, wie wichtig und friedlich der natürliche Sterbeprozess für das Tier ist.

 

Kommen wir noch einmal zu der Frage des Einschläferns. Ich persönliche vertraue immer den Tieren. Ich lasse ihnen die Wahl und fast immer, möchten sie von allein gehen. Der Sterbeprozess ist für die Seele unglaublich wichtig. Ebenso wichtig wie die Geburt, weshalb es vielen Tieren ein großer Wunsch ist, allein gehen zu dürfen.

 

Ich möchte an dieser Stelle sagen, ich bin nicht gegen das Einschläfern, es gibt Situationen, in denen das Tier den Weg nicht allein gehen kann und Hilfe benötigt.

 

Beispielsweise bei massiven Verletzungen aufgrund eines Unfalls oder Atembeschwerden, die zu einem langsamen Ersticken führen würden. Manchmal ist es einfach nicht vorgesehen, dass dein Tier seinen Weg selbstbestimmt bis zum Ende gehen kann. Am allerwichtigsten ist es, dass du dein Tier in Liebe begleitest und unterstützt.

 

Manchmal wünscht sich ein Tier auch Hilfe, weil sie sich schwertut, loszulassen.

 

Ebenso gibt es mittlerweile ausgezeichnete Schmerztherapien – auch naturheilkundlicher Art. Sodass bei vorliegender oder gar schmerzhafter Krankheit, nicht zwangsläufig notwendig wird das Tier einschläfern zu lassen.

 

Ich denke dennoch, wir machen es uns heutzutage zu einfach. Wir wollen Leid verkürzen, wollen erlösen. Doch Leid ist nicht immer Leid und oftmals leiden wir Menschen mehr an der Situation als unsere Tiere.

 

Die Tiere in ihrem Sterbephase zu begleiten, sehe ich als Aufgabe eines jeden Menschen. Und die meisten Menschen haben ein tolles Gespür für ihre Tiere und wissen, was sie sich wünschen. Oftmals sind es die Leute um einen herum, die es „nur gut meinen“ und einem ins Gewissen reden. Durch diese Beeinflussung fällt es schwer, seinem Gefühl zu vertrauen.

Tiere möchten ihre Familie nicht in Angst und Zweifel zurücklassen

Ich kann diesbezüglich jedoch auch niemanden Vorwürfe machen, der sich dieser Aufgabe nicht gewachsen fühlt. Es ist eine große Aufgabe, eine emotionale Herausforderung, eine Berg- und Talfahrt. Die Trauer und der Abschied können zermürbend sein.

 

Und Tiere können diese Entscheidung respektieren und tragen sie mit ihren Menschen. Den Tieren ist es wichtig, dass es ihrer Familie in diesem Prozess „gut“ geht. Sie möchten ihre Familie nicht in Verzweiflung, Angst und Panik zurücklassen.

Die Seele möchte den Körper verlassen

Wenn wir uns dafür entscheiden unser Tier natürlich zu begleiten, dann kommen wir früher oder später unweigerlich zu dem Zeitpunkt in dem das Tier seinen Menschen besonders benötigt. Ruhe und Souveränität seitens des Menschen ist nun erforderlich.

 

Man kann diesen Moment auf der seelischen Ebene, als ein letztes Aufbäumen des irdischen Überlebensinstinktes sehen. Die Seele hingegen möchte den Körper endgültig verlassen. Diese Momente sehen manchmal leidvoll aus. Jedoch ist in fast allen Fällen kein oder kaum körperlicher Schmerz vorhanden. Auf der physischen Ebene ist es die Phase, in der die Organe endgültig ihre Arbeit einstellen – die Sterbearbeit wird geleistet.

 

Meine erste Sterbebegleitung habe ich, bei meiner vor 6 Jahren verstorbenen Katze „Minusch“ erlebt. Sie ist in meinem Arm verstorben. Ich war mir meiner Fähigkeiten vorher nicht bewusst. Sie hat mir vertraut und wir haben uns gemeinsam durch diesen Prozess geführt. Ich bin über mich hinaus gewachsen und dankbar, dass sie mir dieses Vertrauen entgegengebracht hat.

 

Eine Erfahrung, die ich niemals bereut habe, die mich auf alles, was in den Jahren danach kam, vorbereitet hat und mir ein großes Stück meiner Angst genommen hat.

 

Wie im Text bereits erwähnt, befinden sich die Tiere während des Prozesses in verschiedenen Phasen. Ich möchte Dir hier gerne noch die Sterbephasen mit auf den Weg geben.

 

Aus Sicht des tibetischen Buddhismus löst sich der Körper im Sterbeprozess in seine vier Elemente auf: Erde, Wasser, Feuer, Luft. An den körperlichen und seelischen Veränderungen ist diese Auflösung erkennbar. Erst nach ihrer Vollendung können Körper und Seele sich voneinander trennen. Diese Phasen dienen uns Menschen und Tieren dazu, diese irdische Welt verlassen zu können.

Die Phasen des Sterbeprozesse

Alles ist nun friedlich.

Man kann noch so viel mehr zu diesem Thema schreiben, aber ich denke, ich habe die für mich wichtigsten Erfahrungen niederschreiben können.

 

In diesem Sinne alles erdenklich Gute für euch und eure tierischen Begleiter!

 

Ann-Christin Pabst

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